Startseite Vermögensaufbau - Werkzeuge 3 unternehmerische Erkenntnisse aus meiner Arbeit im Finanzamt

3 unternehmerische Erkenntnisse aus meiner Arbeit im Finanzamt

von StB Eric Preusche LL.B.

„Berge muss man wegdrücken“ ruft der Betriebsprüferkollege und sprintet los.

Die kleine Laufgruppe aus Finanzbeamten spurtet hinterher. Ich mittendrin. Eine normale Mittagspause an einem Freitag in 2019.

An diesem Tag habe ich etwas realisiert.

Finanzbeamte und Unternehmer haben eines gemeinsam. Beide müssen leiden können, wenn Sie Ihren Job gut machen wollen.

Für beide ist die Arbeit oft hart und anstrengend. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

In meiner Zeit im Finanzamt sind mir noch mehr Dinge klar geworden.

𝟏.           𝐀𝐥𝐥𝐞𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐯𝐞𝐫𝐡𝐚𝐧𝐝𝐞𝐥𝐛𝐚𝐫.

Früher dachte ich, Gesetze sind klar und fix.

Heute weiß ich, dass sind sie auch. Aber die Regeln knüpfen immer an irgendeinen Sachverhalt an. Und der ist variabel. Dazu kommt, dass es oft mehrere Regelungen gibt, die greifen könnten – mit ganz unterschiedlichen Folgen. All das kann man verhandeln oder steuern. Das Resultat ist, dass eine Steuerprüfung schnell zum orientalischen Basar werden kann. Zumindest wenn der Unternehmer einen Steuerberater hat, der weiß welche Weichen man stellen muss.

Steuerrecht ist wie Siedler von Catan spielen oder Monopoly. Es gibt fixe Regeln. Der Rest ist Strategie und ein gutes Händchen zu haben.

𝟐.           𝐉𝐞𝐝𝐞𝐫 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐧𝐞𝐡𝐦𝐞𝐫 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐮𝐫 𝐞𝐢𝐧 𝐅𝐚𝐥𝐥 𝐮𝐧𝐭𝐞𝐫 𝐯𝐢𝐞𝐥𝐞𝐧.

Die meisten Unternehmer und Selbstständigen fühlen sich persönlich angegriffen, wenn das Finanzamt Rückfragen hat oder Steuern fordert. Aus der Sicht des Finanzbeamten ist es aber immer nur ein Fall unter vielen der einfach abgearbeitet werden muss.

Als Sachbearbeiter in der normalen Verlangung, das heißt im Bereich der Prüfung von Einkommensteuererklärungen, musste ich über 1.000 Fälle pro Jahr abarbeiten.

Jeder normale Betriebsprüfer muss eine Statistik erfüllen, bei der er zwischen einem und fünf Tagen Zeit für die Prüfung eines Unternehmens bekommt.

Wenn einem das klar ist, dann kann man das nutzen.

Oft möchte der Finanzbeamte einfach nur ein Dokument zum Ablegen und damit er einen Haken dran machen kann. Und bei Betriebsprüfungen kann die Zeit, für einen spielen – nämlich immer dann, wenn man einen längeren Atem hat als der Prüfer.

𝟑.           𝐖𝐢𝐧-𝐖𝐢𝐧 𝐟ü𝐫 𝐚𝐥𝐥𝐞 𝐟𝐮𝐧𝐤𝐭𝐢𝐨𝐧𝐢𝐞𝐫𝐭 𝐚𝐦 𝐛𝐞𝐬𝐭𝐞𝐧.

Der Finanzbeamte macht nur seinen Job. Und auch er will sich gut dabei fühlen. Warum ihm das nicht geben?

Es gibt fast immer eine Lösung, bei der alle Seiten gewinnen.

Der Prüfer bekommt, was er will. Das kann eine Steuerfeststellung sein, Seelenfrieden das richtige getan zu haben oder einfach seine Ruhe und dass der Fall abgeschlossen ist.

Der Unternehmer behält den Rest, weil er von Anfang an einkalkuliert hat, dass das Steuerrisiko zu einer Ausgabe führt.

In der Praxis muss man dieses Win-Win suchen. Hierin liegt die Herausforderung.

Ich hoffe, das bringt Sie weiter und lässt Sie durchatmen, wenn das Finanzamt das nächste mal schreibt. Alles ist lösbar – mit etwas Menschlichkeit und der richtigen Herangehensweise.

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