Vor meiner Zeit als Steuerberater habe ich das große Glück gehabt sieben Jahre im gehobenen Dienst der Finanzverwaltung arbeiten und lernen zu dürfen.
In dieser Zeit war ich auch einige Monate auf der Veranlagungsstelle für Personengesellschaften im Finanzamt Freiburg eingesetzt.
„Veranlagung von Personengesellschaften“ hört sich zwar etwas kryptisch an, bedeutet aber nichts anderes, als dass ich primär Steuererklärungen von Gesellschaften bürgerlichen Rechts und Kommanditgesellschaften prüfen musste.
In der ersten Woche auf dieser Stelle fiel mir direkt eine Steuererklärung mit einem bekannten Namen in die Hand. Einer der reichsten Freiburger Unternehmer hatte einer GbR mit seinem Namengegründet. Beteiligt waren unter anderem auch seine Kinder und seine Ehefrau.
Zweck der GbR war die Verwaltung eigenen Vermögens.
Kurze Zeit später kam mir eine ähnliche Steuererklärung auf meinen Tisch. Diesmal von einer KG. Und diesmal ebenfalls von einem bekannten Freiburger Unternehmer. Beteiligt waren auch hier seine Frau und seine Kinder.
Ein paar Tage darauf lag wieder eine Steuererklärung von so einer Familien-KG auf meinem Tisch.
Ich habe es nicht verstanden.
Warum gründen diese Unternehmer Gesellschaften zur „Verwaltung von Vermögen“ und beteiligen ihre Familie? Macht es nicht vielmehr Sinn einfach alles auf den eigenen Namen zu kaufen und sich die ganze Arbeit mit zusätzlichen Steuererklärungen und Gesellschaftsverträgen zu sparen?
Meine Fragen konnte mir niemand beantworten. Auch meine altgedienten Finanzamts-Kollegenwussten keine Antwort. Ich solle einfach meinen Job machen, war stattdessen die Antwort.
Mittlerweile–einige Jahre später–bin ich schlauer.
Die Nutzung von Familiengesellschaften ist wohl eines der effizientesten Mittel, um Steuern zu sparen und das Familienvermögen zu schützen.
Tragischerweise (oder glücklicherweise) gehört die Nutzung eines Familienpools zur Vermögensverwaltung zu den Werkzeugen der vermögenden Mittel-und Oberschicht, die nur ganz selten in der Öffentlichkeit angesprochen werden. Meiner Meinung nach sollten aber mehr Menschen darüber Bescheid wissen.
Denn eine Familien-KG (oder Familien-GbR) vereint einige schlagende Vorteile:
- sie spart Einkommensteuer,
- sie spart Erbschaftsteuer,
- sie spart Steuern, die im Unternehmen anfallen,
- sie schützt das Vermögen vor Insolvenzrisiken und dem Zugriff von Gläubigern,
- mit ihr kann man sein Vermögen an die Kinder übergeben, aber es nochso langekontrollieren, bis die Kinder die geistige Reife haben, damit umzugehen,
- sie ist sehr günstig in der laufenden Verwaltung,
- …
Weil es so ein tolles Mittel zum Steuern sparen ist, begleite ich seit einer Weile auch Gründungen und berate zur Steueroptimierung damit. Allerdings bisher immer Eins-zu-Eins.
Ich habe nun ein mehrwöchiges Programm aufgesetzt, in dem ich eine kleine Gruppe von Unternehmern und Investoren bei der Gründung und Steueroptimierung begleite. Dabei erhalten die Teilnehmer von mir allesnötige Wissen zur Gründung und zum Betrieb sowie Musterverträge und Vorlagen, damit sie effizient die Verwaltung abwickeln können.
