Startseite Vermögensaufbau - Werkzeuge Entwurf Kapitel 1: Freiheit, die bleibt. Steuerstrukturierung für bodenständige Unternehmer.

Entwurf Kapitel 1: Freiheit, die bleibt. Steuerstrukturierung für bodenständige Unternehmer.

von StB Eric Preusche LL.B.

Ich möchte etwas neues probieren. Ich schreibe gerade ein neues Buch zur Steuergestaltung. Die einzelnen Kapitelentwürfe werde ich hier vorab veröffentlichen. Bevor sie ein Lektor oder eine zweite Lesung von mir erfahren haben. Ich hoffe, dass du mir als Leser Feedback gibst und dass es dich weiterbringt. 

„Eric!“

Mein Vater schreit. Ich schrecke auf. Nur in Unterwäsche steht er im Türrahmen. Seine Muskeln verkrampft vor Panik.

„Deine Mutter hat einen Nervenzusammenbruch.“

Ich springe aus dem Bett und renne an ihm vorbei ins Schlafzimmer meiner Eltern.

Meine Mutter kreischt. „Mein Bein ist weg. Wo ist mein Bein?“

„Hol einen Notarzt.“ belle ich in Richtung meines Vaters.

Meine Mutter halluziniert. Ich sehe ja beide Beine. Dann schlagartig fängt sie an zu brabbeln. Völlig unverständliches Zeug. Dann weint sie. Dann halluziniert. Dann brabbeln.

Minuten vergehen.

Vier Sanitäter kommen die Treppe hochgespurtet. Ein Notarzt folgt. Sie spritzen meiner Mutter etwas. Sie ist ganz benommen.

Eilig wird sie auf eine Trage gepackt, festgeschnürt und die schmale Treppe heruntergetragen. Kurz darauf rast der Krankenwagen mit Martinshorn und Blaulicht los.

Ich fahre in meinem kleinen roten Peugeot hinterher.

Durch die Dunkelheit über verlassene Landstraßen jage ich den Kastenwagen, der viel zu schnell fährt.

Später erfahre ich, es war kein Nervenzusammenbruch. Ein Blutgerinnsel hat sich im Herzen meiner Mutter gebildet, ist durch die Arterie ins Gehirn meiner Mutter gewandert und hat dort einen Schlaganfall ausgelöst. Ihr rechter Sehnerv ist ausgefallen. Deswegen konnte sie ihr Bein nicht mehr sehen. Der Rest waren normale Symptome eines Schlaganfalls.

Sie war erst 40 Jahre alt. Wie konnte das geschehen? Trifft sowas nicht nur alte Menschen, frage ich mich.

Später in dieser Nacht fahre ich nach Hause und finde meinen Vater rauchend auf der Terrasse. Ich setze mich zu ihm und wir schweigen. Es ist Sonntagmorgen.

Nachmittags fahren wir ins Krankenhaus. Alle vier Mein Vater, ich, mein vierzehnjähriger Bruder und meine vierjährige Schwester. Meine Geschwister verstehen nicht was passiert ist. Meiner Mutter geht es schon etwas besser. So gut wie es eben gehen kann.

Es wird dauern, bis alles wieder normal ist, sagen die Ärzte. Wir fahren nach Hause.

Am Montag geht mein Vater wieder arbeiten. Ich in die Schule.

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückschaue, dann ist mir klar, dass es so oder so ähnlich kommen musste.

Mein Vater war selbstständig, und zwar so wie man es sich vorstellt. Er hat immer gearbeitet und war für alles verantwortlich. Einige Jahre zuvor hatte er einen kleinen Fachmaschinenhandel für Holzbedarf gekauft. Das heißt er vertrieb Makita-, Festool- und Hiltimaschinen an Zimmereien und Dachdeckerbetriebe. Das Unternehmen warf gute sechsstellige Gewinne ab und wuchs. Zumindest was die Umsätze anging. Das Team wuchs nämlich nicht mit. Es gab einen alten Herrn, der auf Minijobbasis Maschinen reparierte und eine Dame im Büro, die Rechnungen schrieb und was eben sonst noch so anfiel.

Die Dame war meinem Vater allerdings zu langsam. Also kündigte er ihr. Meine Mutter übernahm daraufhin die Vollzeitstelle. Neben ihrer Vollzeitstelle als Mutter und Hausfrau.

„Dein Vater ist Einzelkämpfer“ sagte mein Vater regelmäßig zu mir und kämpfen war seine Antwort auf alles. Entsprechend muss auch meine Mutter kämpfen. Und jetzt hatten beide ihre 80 Stunden Wochen, nicht nur mein Vater.

So ein Raubbau am eigenen Körper, der eigenen Familien und den Freunden geht an niemanden spurlos vorbei. Das Resultat war, dass nach dem Schlaganfall die Ehe meiner Eltern zerbrach und ein hitziger Scheidungsstreit entflammte.

Mein Vater gab das Unternehmen auf und verlebte das wenige Vermögen, was ihm blieb.

Als ich Jahre später im Finanzamt als Steuerbeamter anfing zu arbeiten, fiel mir auf, dass das, was meiner Familie passiert ist verblüffenderweise die Realität für die meisten Selbstständigen in Deutschland ist.

Der normale Firmeninhaber arbeitet hart und viel. Wie wenig das oft bringt, wurde mir so richtig bewusst, als ich nach meinem Studium finanzamtsintern zum Betriebsprüfer ausgebildet wurde und meine ersten eigenen Fälle prüfen musste.

Der Selbstständige dessen Bücher ich unter die Lupe nahm, war ein charismatischer Unternehmensberater in seinen 50ern mit einem beeindruckenden Einkommen. 250.000 Euro Gewinn standen auf seiner letzten Gewinnermittlung. Er wirkte auf mich souverän und ruhig. Erfolgreich.

Im Gespräch mit ihm wurde jedoch klar wie getrieben er tatsächlich war. Beim Gedanken an die nächste Steuerzahlung ginge ihm „der Arsch auf Grundeis“, sagte er mir.

„Sicher, jedes Quartal werden auch 30.000 Euro von seinem Konto eingezogen“, dachte ich.

Und der Gedanke in Rente zu gehen, machte ihm Angst. Wovon solle er leben? Deswegen hatte er in den letzten Jahren 14 Immobilien gekauft, die er vermietete. Bis er 65 wird, hätte er die abbezahlt, dann wäre die Miete seine Rente.

Das Problem war nur, dass die Mieten heute bei weitem nicht ausreichten, um die Zahlungen an die Bank zu decken. Deswegen zahlte er aktiv ab. Und zwar mit dem Großteil seines Beratergewinns.

Steuerbelastung, Krankenversicherung und Tilgungszuschuss waren so hoch, dass ihm unterm Strich nur rund 2.000 Euro im Monat zum Leben blieben. Davon versorgte er auch drei fast erwachsene Kinder. Ein Leben an der Armutsgrenze, könnte man sagen. Entsprechend sah auch sein Bankkonto aus.

Nach der Betriebsprüfung saß ich abends da und starrte ins Leere. „Wie konnte ein so erfolgreicher Mann, mit so einem hohen Einkommen nur so wenig übrighaben?“

Rückblickend weiß ich: die Antwort ist einfach. Der Grund ist eine maximal ungünstige Kombination aus schlechter Steuerstruktur, was zu einer überhohen Steuerlast führte, einem Missmanagement seiner Investitionen, weshalb jede Immobilieninvestition ihn faktisch einengte, und ein Haufen gut gemeinter, aber für die Selbstständigkeit unpassender Glaubenssätze.

Mein Vater wie auch der Berater sind Paradebeispiele für Selbstständigkeit, wie sie nicht sein sollte.

Unternehmer oder selbstständig sein, sollte Freiheit bedeuten. Frei zu sein zu tun und zu lassen, was man möchte und frei zu sein ein Unternehmen aufzubauen, dass dem eigenen Leben dient. Nicht andersherum.

In den nächsten Jahren habe ich gelernt, wie man es besser machen kann. Als Finanzbeamter habe ich immer wieder erlebt was nicht funktioniert als Selbstständiger. Und als Steuerberater habe ich an Dutzenden erfolgreichen Mandanten gesehen, wie es gehen kann.

Der Schlüssel ist dabei eine Kombination aus vier Bereichen, die im besten Fall zusammenspielen. Ein gut laufendes Unternehmen, ein genügsamer Lebensstil, funktionierende Investitionen und Strukturen, die die Steuerlast automatisch senken.

In diesem Buch wird es hauptsächlich um Steuerstrukturierung gehen, die Freiheit schafft. Freiheit, die bleibt. Es soll ein Handbuch für dich als Unternehmer sein, damit du dir selbst ein rechtliches Fundament bauen kannst, dass dich unterstützt und deinen Unternehmens- und Vermögensaufbau fördert.

Aber zunächst schauen wir uns die anderen drei Bereiche einmal genauer an.

….

Im nächsten Post geht es weiter.

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