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Für was neue Videos, wenn „eh kein Platz für neue Kunden“?

von StB Eric Preusche LL.B.

Ich habe ein neues Video hochgeladen.

Einer der ersten Kommentare darunter war: „Für was neue Videos? Wenn sie eh, keinen neuen Mandaten annehmen?“

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Nicht wegen der wilden Kommasetzung, sondern weil hier ein Unternehmer einen riesengroßen Denkfehler macht, der ihm wahrscheinlich nicht nur hunderttausende Euro an Gewinn über die nächsten Jahrzehnte kosten wird, sondern ihm auch ein Leben voll erfülltem Arbeiten verwehrt.

Videos oder Content zu erstellen ist viel viel wichtiger für mein (und dein) Unternehmen als nur als Werkzeug zur reinen Kundengewinnung. Lass es mich erklären.

Zunächst hatte der Kommentator offensichtlich in meiner Kanzlei für Beratung angefragt und wurde abgewiesen. Der Grund war aber nicht, dass wir gar keine neuen Mandanten aufnehmen. Nein, wir nehmen nur neue Kunden auf, denen wir wirklich helfen können. Zu allen anderen sagen wir „Nein, tut uns leid.“

Denn wir erstellen als Steuerberater keine Finanzbuchhaltungen, Jahresabschlüsse oder Steuererklärungen. Sondern wir sind spezialisiert und wandeln Unternehmen in GmbHs um, errichten Holding-GmbHs und Familienstiftungen. Und wir kümmern uns um die richtige Steuergestaltung außen herum, damit der Unternehmer das Maximum an Steuern spart und Vermögen aufbaut.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass Gewinn des Kunden bei über 150.000 Euro pro Jahr liegt und er schon einige Jahre am Markt mit einem stabilen Geschäftsmodell tätig ist. Ansonsten lohnt sich das, was wir tun, für ihn nicht oder die Vorteile verschwinden mit der nächsten Wirtschaftskrise.

Aber selbst, wenn alles passt, sagen wir Kunden ab, wenn wir nicht genügend Zeit und Kapazität haben. Denn nur so bleibt die Qualität für unsere Bestandsmandanten hoch.

Und trotzdem drehe ich weiter Videos.

Warum?

Weil es das einzig richtige ist zu tun, um langfristig zu wachsen und erfüllt zu arbeiten.

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Vertrauen

Grund Nummer 1 ist Vertrauen. Vertrauen ist das Gold unserer Zeit. Schau dich um.

Alles wird durch den technologischen Fortschritt, künstliche Intelligenz und eine zunehmend globalere Welt auf den Kopf gestellt. KI automatisiert den Großteil der meisten Jobs. Software zum Arbeiten wird immer besser. Und zu allem „übel“ wollen 6,5 Milliarden Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern ein besseres Leben für sich. Sie arbeiten härter und länger als wir – denn sie wollen raus aus ihrer Situation. Und das Internet gibt Ihnen direkten Zugang zu unseren Kunden und zu unserem Markt. Die Chancen stehen also gut, dass über kurz oder lang die wesentlichen Pfeiler meines und deines Geschäftsmodells wegbrechen.

Was allerdings bleibt und alles stützt ist Vertrauen. Menschliches Vertrauen deiner Kunden in deine Fähigkeiten. Wer dir vertraut, bucht deine Leistung und kauft dein Produkt trotzdem. Wegen dir.

Dieses Vertrauen muss aufgebaut werden. Das geht auf vielen Wegen. Online-Content ist einer davon. Videos schaffen Vertrauen. Dafür versuche ich meinen Zuschauern so viel wie möglich an Mehrwert zu geben.

Der Psychologe Dr. Robert Cialdini hat es treffend auf den Punkt gebracht. Wer anderen einen Gefallen tut, dem wird auch geholfen. YouTube ist „Gefallen tun“ auf Stereoiden.

Ich packe mein Wissen in ein Video, stelle es online und ab da hilft es Tag und Nacht potenziellen Kunden weiter.

Unser Gehirn kann dabei nicht unterscheiden zwischen Video und echtem Leben. Für unseren Unterbewusstsein ist alles eins. Das ist der Grund, warum du bei Horror-Filmen echte Angst hast, und das ist der Grund, warum Kunden zu mir kommen und praktisch schon überzeugt sind, dass ich der richtige bin, um ihnen zu helfen.

Sie vertrauen, weil Sie die Chance hatten sich in Stunden über Stunden Videomaterial ein Bild von mir und meiner Arbeit zu machen.

Der Unternehmer Daniel Priestley hat dazu eine treffende Beobachtung gemacht. Er nennt sie die 7-11-4-Regeln.

Gibst du einem Interessenten die Möglichkeit sieben Stunden Content von dir über elf Berührungspunkte und vier Kanäle zu konsumieren, dann musst du nicht mehr verkaufen. Dein Interessent ist schon Kunde geworden, bevor du ihm überhaupt ein Angebot gemacht hast.

Dazu kommt, dass der Großteil des Marktes gar nicht weiß, dass er ein Problem hat. Nur ein paar Prozent deiner Zielgruppe sind wirklich aktiv auf der Suche nach einer Lösung.

Wenn du dem Rest aber die Möglichkeit gibst zu lernen auf was es ankommt und sie erkennen wegen dir ihr Problem, dann wirst du auch die erste Anlaufstelle als Problemlöser sein.

Spannung zwischen Angebot und Nachfrage

Grund Nummer 2 ist etwas versteckt. Wir alle wissen oder haben zumindest einmal gehört: Angebot und Nachfrage beeinflussen sich gegenseitig. Wo Nachfrage ist, wird die freie Marktwirtschaft dafür sorgen, dass Angebot geschaffen wird. Die beiden gemeinsam bestimmen den Preis. Gibt es mehr Angebot als Nachfrage fällt der Preis. Ist die Nachfrage höher als das Angebot, steigt der Preis.

Wir sehen das tagtäglich an den Spritpreisen, dem Preis wir Obst und Gemüse oder den Aktienkursen.

Aber was bedeutet das denn für dich und dein Unternehmen?

Nun, wenn du 1.000 Interessenten für deine Dienstleistung hast, du aber nur 10 Kunden bedienen kannst, dann heißt das, du bestimmst den Preis. Du kannst ihn erhöhen bis der Preis den Mehrwert, den du schaffst, übersteigt.

Je größer die Nachfrage nach deinem Angebot, desto mehr kannst du tendenziell verlangen. Ich habe Mandanten die pro Stunde über 2.000 € verdienen. Einfach nur weil jeden Monat hunderte Kunden Ihre Dienstleistung anfragen.

Wenn die Nachfrage nach deiner Lösung groß genug ist, machst du Gewinn. Und Gewinn ist Vertrauensvorschuss. Der Kunde gibt dir heute mehr Geld, weil er in der Zukunft weiterhin Lösungen und Mehrwert von dir will. Je mehr Gewinn du machst, desto mehr kannst du im Unternehmen reinvestieren und desto mehr Kunden kannst du in der Zukunft Wert schaffen.

Nachfrage ist der Schlüssel zu Unternehmenswachstum.

Das Schöne ist: du kannst die Nachfrage aktiv nach oben treiben. Einfach, indem du Assets wie Videos kreierst, die Mehrwert schaffen und dein Publikum wachsen lassen. Diese Assets müssen ohne dich funktionieren und ständig arbeiten. Die neuen Medien sind dafür optimal. Es können Videos sein, müssen es aber nicht.

Blogbeiträge, Instagram-Posts, LinkedIn-Beiträge, Podcast-Episoden… All das funktioniert.

Je mehr du erstellst, desto größer wird dein Publikum. Je größer deine Reichweite wird, desto größer wird auch die Nachfrage nach deinem Angebot. Je mehr Nachfrage, desto mehr Gewinn machst du.

Jedes meiner Videos ist also ein Investment in die Zukunft meines Unternehmens. Für dich sollte das auch so sein.

Social-Media ist ein Hebel. Je mehr du ihn nutzt, desto mehr bringt er dir auch. Das verrückte dabei ist, dass das Wachstum deiner Reichweite exponentiell ist. Am Anfang sind fünf neue Abonnenten im Monat ein großer Fortschritt. Nach drei Jahren YouTube ist das die Zahl meiner neuen Abonnenten pro Tag. Hätte ich konsequenter und regelmäßig Inhalte produziert, hätte ich sicher heute vier Mal so viele Abonnenten und Zuschauer. Dann wären 50 neue Abonnenten am Tag normal.

Das bedeutet dann auch vier Mal so Arbeit und x-mal so viel Gewinn, wenn du die Aufträge bedienen kannst.

Ich glaube entweder ist man in unserer Welt Konsument oder Produzent.

Privat nutze ich (fast) kein Social-Media. Kein Insta. Kein TikTok. Keine Apps auf dem Handy. Nicht mal WhatsApp.

95 % meiner Zeit ist mein Smartphone auf Schwarzweiß gestellt und alle Benachrichtigungen sind aus. Es ist kein Spielzeug – sondern ein totes, langweiliges Werkzeug, das nur genutzt werden soll, wenn es mich voranbringt.

Social-Media und exzessive Handynutzung ist Gift für mich. Toxisch für meinen Geist und meine Produktivität.

Ich weiß das ist extrem und vielleicht bin ich sensibel, aber trotz all dieser strengen Maßnahmen, verbringe ich immer noch viel zu viele Minuten täglich am Smartphone oder scrolle prokrastinierend durch YouTube. Ich will gar nicht wissen wie mein Leben aussähe, wenn ich meinem Reptiliengehirn Freilauf auf Social-Media geben würde. Wahrscheinlich würde ich in tiefe Depressionen verfallen, verwahrlosen und keine Zeit mehr mit meinen Kindern und meiner Arbeit verbringen.

Das hört sich hart an, aber es ist die Wahrheit. Die Social-Media-Konzerne haben diese Produkte auf den Markt gebracht, um so viel Geld wie möglich zu verdienen, nicht um uns das Leben zu verbessern. Bist du Konsument, dann bist du das Produkt. Oder genauer: deine Aufmerksamkeit ist das Produkt. Denn die kann an den Werbetreibenden verkauft werden, der den höchsten Preis bietet.

Das darf nicht sein. Nicht als Unternehmer mit einer Aufgabe.

Geschäftlich sieht die Welt aber ganz anders aus.

Hier bin ich Produzent und du solltest es auch sein. YouTube (oder LinkedIn oder Insta oder wo auch immer deine Kunden sind) ist dein größter Hebel.

Du packst deine Botschaft in ein Video und das Video wird von 1.000 echten Menschen gesehen. Der Algorithmus findet seinen Weg, um das Video genau denjenigen zu präsentieren, die deine Botschaft sehen sollen. 1.000 Aufrufe scheinen nicht viel. Aber wann waren das letzte Mal 1.000 Menschen in deinem Geschäft und haben dir zugehört?

Ruf, Kredibilität und klares Denken sind alles

Den dritten Grund sieht man nur, wenn man einen Schritt zurücktritt. Ich bin heute 33 Jahre alt. Auch wenn ich seit 10 Jahren im Steuerrecht arbeite, werde ich sicher noch 40 oder 50 Jahre tätig sein. Denn Arbeit macht mir Freude. Es erfüllt mich.

Ich finde jede große unternehmerische Entscheidung sollte man im Hinblick auf den eigenen Zeithorizont abwägen. Wenn ich in 50 Jahren noch arbeiten will, dann ist alles, was ich jetzt aufbaue, von unbezahlbarem Wert.

Auf diese Zeitspanne ist mein Ruf das höchste Gut. Content, Videos und Texte formen, wer du bist. Je mehr ich produziere, desto klarer wird mein Denken und damit, was ich tue und sage.

2018 habe ich angefangen nebenberuflich an der dualen Hochschule Baden-Württemberg und diversen Industrie- und Handelskammern Steuerrecht zu unterrichten. Erst da hat es geklickt. Nach ein paar Monaten habe ich überraschenderweise zum ersten Mal das Gefühl gehabt Steuerrecht zu verstehen. Und dass, obwohl ich Steuer- und Wirtschaftsrecht studiert habe und zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre im Finanzamt gearbeitet habe.

Zusammenhänge und Verknüpfungen sind aufgetaucht. Grundprinzipien haben sich herauskristallisiert. Antworten sind in meinem Kopf aufgepoppt zu Fragen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie hatte.

Unterrichten und Erklären schärft meinen Geist. Ich denke das ist in jedem Fachgebiet dasselbe. Videos aufsetzen und Texte schreiben führt zum selben Ergebnis – mit dem Bonus, dass man seine Erkenntnisse gleichzeitig tausenden Menschen zeigen kann und nicht nur ein paar dutzend in einem Seminarraum.

Je klarer dein Denken und damit deine Botschaft, desto besser wird auch dein Ruf. Denn Menschen erkennen, dass du verstehst, was du tust und dass du ihnen helfen kannst.

Wenn du dazu hauptsächlich einen guten Ruf hast, weil du gutes tust, dann wirst du auch zufrieden in deinem Beruf sein.

Ich glaube, auf 50 Jahre gesehen, ist die wichtigste Frage: Wie viele Menschen hast du positiv bewegt?

Zu geben ist das Richtige zu tun. Geld verdienen und Gewinn machen ist nur bis zu einem bestimmten Punkt nötig und sinnvoll. Irgendwann ist es genug und alle Bedürfnisse sind gesichert. Spätestens dann geht es ums Sein.

Ich bin überzeugt, dass Unternehmer und Selbstständige das Rückgrat – der Motor – unserer Gesellschaft und unseres Wohlstandes sind. Ein Unternehmen aufzubauen ist hart. Meine Aufgabe ist es für andere Unternehmer diese harte Aufgabe etwas abzumildern. Denn wenn man sein Unternehmen richtig strukturiert, schafft man aus Steuern eigenes Vermögen, das für einen arbeitet und damit das Leben leichter macht.

Das Wissen und das Verständnis, wie man das am besten tut, das habe ich. Damit ist es mein Job die deutschen Unternehmer zu unterstützen. Dann können Sie mehr Wert für uns alle schaffen.

Videos zu machen ist also kein Mittel zum Zweck, sondern Teil meiner Aufgabe hier.

Was ist deine Aufgabe?

Und wenn du sie kennst: produziere und veröffentliche. Es ist das richtige zu tun.

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