Holdings werden als Must-Have für Unternehmer angepriesen. Sie sind aber nur einen Bruchteil der Unternehmer sinnvoll.
Für die anderen ist die Holding nur ein teures Spielzeug.
Bevor man eine Holding errichtet, gibt es drei Schritte zu prüfen. Ansonsten heißt es „Finger weg“.
Holdings gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die gängigsten sind die Holding-GmbH oder die Familienstiftung als Holding.
So finden Sie heraus, ob Ihnen eine Holding wirklich Steuern spart.
Schritt 1: Klären, ob man genügend Anteile hält, die in eine Holding gebracht werden können.
Wer aus einer GmbH in den Privatbereich Gelder ausschüttet, bezahlt darauf grundsätzlich 26,375 % an Kapitalertragsteuer. Auf Ausschüttung an eine Holding-GmbH fallen nur ca. 1,5 % an Steuern an. Bei einer Stiftungsholding sind es sogar nur 0,791 %. Beides gilt aber nur unter der Voraussetzung, dass die Holding mindestens 15 % (GmbH) bzw. 10 % (Stiftung) der Anteile der operativen GmbH hält. Liegt man unter diesen Grenzen, muss die Holding die Gewinne zusätzlich nochmal mit rund 30 % bzw. 15,825 % besteuern. So eine Zusatzbelastung ruiniert die Rentabilität.
Schritt 2: Klären, ob Ihre Gewinne im Unternehmen hoch genug sind oder das Unternehmen verkaufbar ist.
Eine Holding hat drei bzw. vier primäre Vorteile.
- Die Holding schützt das Vermögen vor der Haftung des laufenden Geschäfts.
- Ein späterer Unternehmensverkauf wird nur mit 1,5 % bzw. 0,791 % belastet.
- Gewinnausschüttungen werden nur sehr niedrig besteuert.
- Über eine Stiftung bündelt man sein Vermögen und schützt es so vor der eigenen Familie.
Mindestens einer dieser vier Punkte muss sehr wichtig für Sie sein. Bringt Ihnen keiner was, dann sollten Sie die Idee der Holding verwerfen.
Rein finanziell gesehen, macht eine Holding nur Sinn, wenn Sie entweder ein Unternehmen aufbauen, dass in den nächsten 10 bis 20 Jahren für über 1 Mio. Euro verkauft werden kann. Dann spart Ihnen die Holding mindestens 240.000 Euro an Steuern. Oder wenn jedes Jahr ein Gewinn im Unternehmen von über 50.000 Euro verbleibt, der ausgeschüttet wird. Dann sparen Sie jährlich auch über 12.000 Euro. Erst das wiegt die Kosten deutlich auf.
Die Holding kostet Sie pro Jahr mindestens 2.000 Euro. Dazu wird die Errichtung unter Umständen einmalig 10.000 Euro bis 20.000 Euro kostet. Diese Investition muss sich rechnen.
Schritt 3: Klären, was Sie mit den Gewinnen tun wollen.
Gewinne in einer Holding-GmbH oder Stiftungsholding können nicht für privaten Konsum ausgegeben werden, ohne das zusätzliche Steuern anfallen. Wenn Sie den Gewinn dafür nutzen wollen
- schöne Reisen zu machen
- Ihr Privathaus zu sanieren oder
- ein Wohnmobil zu kaufen
dann werden Sie mit einer Holding wahrscheinlich nicht glücklich.
Stattdessen bringt sie nur etwas, wenn die Gewinne langfristig in den eigenen Vermögensaufbau investiert werden sollen.
Die Holding ist also keine Patentlösung. Stattdessen muss man gut abwägen.
Haben Sie eine? Sehen Sie das auch so wie ich?
